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Am 14. März stellte NRW-Innenminister Herbert Reul die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2021 vor.

Verkehrsunfallstatistik 2021: 425 Getötete im Straßenverkehr

425 Verkehrstote – und damit so wenig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen – weist die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2021 auf. Die meisten Personen (167) sind dabei als PKW-Insasse ums Leben gekommen und damit eine weniger als 2020, gefolgt von den Zweiradfahrern (144). Darunter waren 62 Kradfahrer, 45 Fahrradfahrer, 32 Pedelecfahrer und fünf Personen, die mit einem Mofa bzw. Kleinkraftrad unterwegs waren. 78 Personen sind als Fußgänger im Straßenverkehr ums Leben gekommen, das sind fünf mehr als im Vorjahr. 12 LKW-Insassen kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Hauptursache der Unfälle mit tödlichem Ausgang war Geschwindigkeit. 82 Personen kamen dadurch ums Leben – 2020 waren es 100. Weitere Gründe waren Abstand (14), Alkohol (18) und Drogen (11). Wegen Telefonbenutzung am Steuer ist im Jahr 2021 zwar niemand ums Leben gekommen, aber NRW-Innenminister Herbert Reul berichtete bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik am 14. März: „Handys sind weiter ein Riesenproblem. 17 Prozent mehr Verstöße wurden 2021 aufgenommen. Und nach Unfällen hat die Polizei 120 Handys mehr sichergestellt als im Vorjahr.“
Auch sprach Reul Fahrten unter Drogeneinfluss an. „Hier sehen wir eine Entwicklung gegen den positiven Trend“, so Reul. Denn noch nie seien mehr Menschen als 2021 ums Leben gekommen, weil sie sich im Drogenrausch hinters Steuer gesetzt hätten.
Ein Plus von 23,8 Prozent verzeichnete die Polizei für das Jahr 2021 auch bei den Autofahrern, die bei Kontrollen unter Drogen gestanden haben. „Hier liegt die Anzahl bei 20.210“, so Reul. Gleichwohl gab es weniger Unfälle, bei denen Drogen die Ursache waren. Insgesamt zählte die Polizei 468 Unfälle – ein Minus von 20 Unfällen. Mit Blick auf eine Verkehrskontrolle in Steinfurt, bei der von 29 entnommenen Blutproben 21 THC enthielten, sagte er: „Bei den Überlegungen, Cannabis zu legalisieren, sollte man auch den Straßenverkehr mit bedenken.“
Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im zweiten Pandemiejahr um 4,3 Prozent gestiegen – und zwar von 556.800 im Jahr 2020 auf 580.907 im Berichtsjahr. Im Vergleich zu 2019, als 664.986 Verkehrsunfälle aufgenommen wurden, liegt die Zahl für 2021 weiter unter der vor Corona.
Minimal gestiegen ist die Anzahl der Verunglückten insgesamt. Sie erhöhte sich um 149 auf 67.330. Es gab mit 11.872 265 weniger Schwerverletzte als 2020. Allerdings wurden mit 55.033 (+419) mehr Personen leichtverletzt. Am häufigsten verunglückten PKW-Insassen (31.794), danach Zweiradfahrer (24.968), Fußgänger (5.755) und zuletzt LKW-Insassen (1.172). Bei den Zweiradfahrern waren es die Radfahrer, die am häufigsten verunglückten. 2021 waren es 13.318 und damit 1.616 weniger als 2020.
Gestiegen ist dagegen erneut die Zahl der verunglückten Pedelecfahrer. „Hier setzt sich der negative Trend aus dem Vorjahr fort“, so Reul. 4.758 Personen und damit 860 mehr als 2020 verunglückten mit einem elektrisch betriebenen Fahrrad. 32 Menschen kamen dabei ums Leben, 24 von ihnen waren über 65 Jahre alt. Reul appellierte an alle Pedelec-Fahrer: „Üben Sie vorher! Machen Sie bitte ein Fahrtraining, bevor Sie sich auf das Pedelec setzen!“
Unter den verunglückten Zweiradfahrern waren weiterhin 2.866 Kradfahrer (inkl. Mitfahrer), 2.164 Kleinkraftradfahrer (inkl. Mitfahrer) und 1.437 Nutzer elektrischer Kleinstfahrzeuge (EkF). Gerade bei letztgenannten ist ein hoher Anstieg zu verzeichnen, was sich auf die so genannten E-Scooter zurückführen lässt. „Die Polizei hat 1.101 Unfälle gezählt mit 967 Verletzten“, so Reul. Bei jedem fünften Unfall war Alkohol die Hauptunfallursache. „Es ist ein junges Problem, bei dem viel Leichtsinn im Spiel ist“, sagte der Minister und verwies darauf, dass ein Großteil solcher Unfälle nicht der Polizei gemeldet wird.
Auch gestiegen ist die Anzahl der illegalen Autorennen, von denen die Polizei 2.037 aufnahm, darunter 1.362 Einzelrennen. „Die meisten Rennen fanden in Dortmund, Düsseldorf und Essen statt. Die typischen Täter sind junge Männer zwischen 17 und 26 Jahren“, so Reul. Ein Beifahrer sei bei dabei ums Leben gekommen. Die Polizei werde diese Rennen weiter bekämpfen.
„Insgesamt haben wir festgestellt, dass der Verkehr verantwortungsloser wird“, so Reul. Investiert hat die Polizei NRW in die Prävention. Ende des Jahres wurden 14 Simulatoren angeschafft, die in verschiedenen Kreispolizeibehörden zum Einsatz kommen. „Wenn sich das Angebot bewährt, werden wir das Angebot weiter ausbauen“, so Reul.

 

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