Wie erreiche ich die Eltern?

Viele Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht. In vielen Fällen ist dies nicht notwendig. Foto: Canva

Nehmen Sie die Eltern mit – bei Ihrem Einsatz gegen Elterntaxis. Entwickeln Sie gemeinsam Alternativen. Eltern können den Walking Bus mit organisieren oder als Elternvertretung für das Zufußgehen werben.
Die Eltern kennen zudem den Schulweg ihrer Kinder am besten und können bei der Schulwegplanung auf Gefahrenstellen hinweisen. Auch besteht die Möglichkeit, dass Erwachsene (Eltern, Großeltern) als Verkehrshelfer aktiv werden.

Die Schulleitung und das Kollegium sollten sich Gedanken machen, wie am besten erreicht werden kann, dass Kinder zu Fuß zur Schule kommen. Da jede Schule andere Voraussetzungen hat, sind stets individuelle Lösungen gefragt. Zu bedenken gilt beispielsweise auch: Wenn ich einen Walking Bus installiere, sind jeden Tag Menschen gefragt, die diesen begleiten. Wird eine Elternhaltestelle eingerichtet, habe ich nach der Einrichtung keine Arbeit mehr, habe aber im Zweifel immer noch zu viele Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen. Ernsthaft sollte auch auf Anregungen von Eltern eingegangen werden.

Sprechen Sie das Thema sicherer Fußweg zur Schule auf den Elternabenden an. Sie können sich auch Verkehrssicherheitsberater der Polizei als Unterstützung mit ins Boot holen. Appellieren Sie gemeinsam, die Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen.  Nennen Sie die Vorteile des Zufußgehens. Der erste Elternabend reicht dafür in der Regeln nicht aus, nehmen Sie das Thema immer wieder mit auf die Agenda bei Elternabenden, berichten sie dort auch, was sie mit den Kindern zu diesem Thema besprochen haben bzw. planen.

Nutzen Sie vorhandene Materialien (siehe unten) oder stellen Sie Materialien zu dem Thema zusammen, die sie den Eltern mitgeben können.

Tipp: Solche Materialien können Sie Eltern direkt oder etwa in Form einer Rundmail in bzw. an die Hand geben.

Was gibt es für Angebote und Ideen - und wie kann ich diese nutzen, um Eltern mit einzubeziehen?

Ratgeber und Infomaterial:

Es gibt verschiedene Elternratgeber, auf die Sie zurückgreifen können. Auch gibt es informative Filme, die Eltern ansprechen.

• Da gibt es beispielsweise den Elternflyer „Sicher zur Schule“ der LVW NRW, der für Kindergärten gedacht ist, aber auch noch für Eltern von Erstklässlern gute Kurzinformationen  zum sicheren Schulweg gibt. Den Flyer gibt es in den Sprachen Arabisch, Bulgarisch, Farsi, TürkischRumänisch und Ukrainisch und kann auf der Seite der Landesverkehrswacht heruntergeladen werden bzw. die Inhalte auch direkt gelesen werden.  Der Flyer kann auch noch gut zu Beginn der Schulzeit genutzt werden:
Flyer „Sicher zur Schule“

 

 

 

Infobroschüren, die kurz und knapp über das Thema informieren, können den Eltern mit an die Hand gegeben werden. Ein Beispiel aus dem Kreis Mettmann: Flyer „Wir wollen gehen“

 

 

 

 

 

 

Infobriefe, um bei den Eltern für den Schulweg zu Fuß zu werben, gibt es auf der Homepage von Mobilitätsberater Philipp Spitta. In diesen wird erklärt, wie Kinder den Verkehr wahrnehmen, worauf bei der Wahl des Schulwegs geachtet werden soll und wie dieser mit den Kinder geübt werden kann. Neben diesen Infobriefen stellt Philipp Spitta auch Musterbriefe zur Verfügung, die Schulen an die Eltern verteilen können. Die Vorlage können Sie sich hier herunterladen: Elternbriefe_Philipp Spitta

 

• Der ACE Auto Club Europa e. V. bietet übersichtliche Informationen zum individuellen Gang zur Schule an. Es wird erläutert, warum es für Kinder wichtig ist eigene Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln und welche Gefahren es auch für Kinder gibt, die mit dem Auto gebracht werden – beispielsweise beim Ein- und Aussteigen:
Infos vom ACE

 

•  Ebenfalls vom ACE stammt der informative Filmbeitrag „Sicher zur Schule: Trugschluss Elterntaxi“. Zu Wort kommen die Polizei, Lehrer und Eltern:
ACE Filmbeitrag 

 

•  Es gibt viele Ideen, wie Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, angesprochen werden können. Oft agieren hier die Kinder als Vermittler – etwa wenn sie den autofahrenden Eltern Saures wie Zitronen oder Süßigkeiten überreichen oder mit Schildern vor der Schule stehen und gegen die Elterntaxis demonstrieren. Solche Aktionen gibt es vielfach an Grundschulen, anbei ein Beispiel aus Köln, bei dem die Kinder die Eltern auspfeifen: Bericht Kölner Stadtanzeiger 2015

 


Teilnahme an bundesweiten Aktionen:

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und das Deutsche Kinderhilfswerk führen einmal im Jahr Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“ durch.  Die Aktionstage 2022 finden vom 19. September bis 30. September statt. Eltern, Lehrer, Erzieher und die Kindergarten- und Schulkinder sind in dieser Zeit dazu aufgerufen, zur Schule oder zum Kindergarten zu laufen, radeln oder rollern. Die Aktionstage werden von Prominenten unterstützt. Für die Teilnehmenden gibt es Materialien und die besten Aktionen / Ideen werden am Ende ausgezeichnet. Jährlich nehmen bundesweit zehntausende Menschen an den Aktionstagen teil. Ausführliche Informationen gibt es hier: 
https://www.zu-fuss-zur-schule.de/

„Kindermeilen“ heißt eine Aktion des Klima-Bündnis, die seit 2002 läuft. Bei dieser sammeln jedes Jahr Tausende von Kindergarten- und Schulkindern in einer Aktionswoche oder einem frei gewählten Zeitraum „grüne Meilen“ für das Weltklima. Mehr Hintergrundinfos und wie genau die Aktion funktioniert und wo man sich anmelden kann finden sich hier:
http://www.kindermeilen.de/

Elternhaltestelle: 

Wenn Sie als Schule / Schulgemeinschaft eine Elternhaltestelle einrichten wollen, geht dies nur mit Zustimmung der Kommune – und natürlich mit Eltern, die das Projekt unterstützen. Anbei einige Hilfestellungen, um Eltern, die nicht auf das Auto verzichten können, zu überzeugen, Elternhaltestellen zu nutzen.

•  Ein Filmbeitrag erklärt Eltern die Elternhaltestelle: ADAC Filmbeitrag 

• Wer mit Zahlen überzeugen will, kann sich auf Umfragen aus einem Pilotprojekt vom ADAC berufen: Umfrage ADAC (auf Seite 14)

Walking Bus:

Hier finden Sie als Schule ausführliche Infos und Vorlagen (Einladung Elternabend, etc.) für Eltern, die einen Laufbus einrichten möchten:
Vorlagen VCD

 

 

 

Anregungen und Informationen für Eltern zur „Schulwegsicherung mit dem Walking-Bus“ hat der Rhein-Sieg-Kreis als Flyer herausgegeben. Dieser kann gut als Vorlage genutzt werden: Flyer Schulwegsicherung 

 

 

 

 

Auch gibt es Vorlagen für Musterbriefe:

Der ADAC bietet Schulen an, die Eltern für den Laufbus zu begeistern. Es gibt ein Schreiben für Eltern, in dem die Nachfrage und ein möglicher Einsatz abgefragt werden: ADAC Schreiben Laufbus

Einen Musterbriefe für den Versand an Eltern zum Thema Walking Bus stellt Mobilitätsberater Philipp Spitta auf seiner Homepage bereit:: Walking Bus_Philipp Spitta 


Tägliche Mitarbeit der Eltern: 

Eltern können sich im Rahmen des soeben beschriebenes Walking Bus / Laufbus engagieren und diesen begleiten.

Eltern können auch als Verkehrshelfer bzw. Schulbusbegleitung aktiv werden. Mehr Infos finden Sie dazu hier: Schulbusbegleiter werden 

 

 

Banner für das Schulumfeld:

In vielen Städten hängen in der Nähe von Grundschulen Banner, die Werbung für das Zufußgehen machen. Anbei ein Beispiel aus dem Kreis Mettmann.

 

 

Kinder mit einbinden: 

Im Kapitel Kinder werden einzelne Maßnahmen aufgeführt, wie diese für den Schulweg zu Fuß sensibilisiert werden können. Sie können zu Hause gute Botschafter für die Sache werden/sein.