Aktuelles

Insgesamt ereigneten sich auf den Straßen von NRW in 2019 rund 670.000 Unfälle, ein Zuwachs um 18.000 gegenüber dem Vorjahr. Foto: LVW NRW

Alkohol und Drogen am Steuer werden zum Problem

Am 25.2. stellte Innenminister Herbert Reul die Verkehrsunfallbilanz des Jahres 2019 in Düsseldorf vor. Demnach ist die Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr auf ein historisches Tief gesunken: 458 Menschen sind zwischen Januar und Dezember 2019 auf den Straßen in NRW zu Tode gekommen. Dies sind 32 weniger als im Vorjahr und damit die geringste Zahl seit Einführung der Unfallstatistik. Auch die Zahl der Schwerverletzten lag mit 13.511 Menschen um rund 3,5% niedriger als in 2018.
„Das ist ein echter Erfolg“, resümierte der Innenminister die Zahlen, monierte aber im selben Atemzug, dass viele schlimme Unfälle, die sich aufgrund von Gedankenlosigkeit und Leichtsinn ereignen, vermeidbar wären. Er unterstrich, dass man langfristig die „Vision Zero“ verfolge, mit der man bis 2050 die Zahl der Verkehrstoten „nahe Null“ bringen wolle. Insgesamt ereigneten sich auf den Straßen von NRW in 2019 rund 670.000 Unfälle, ein Zuwachs um 18.000 gegenüber dem Vorjahr. Vor diesem Hintergrund erscheinen die 2019 verzeichneten Rückgänge gering. Wenn NRW die vom Verkehrssicherheitsprogramm vorgegebenen obersten Werte noch erreichen will, müsste sich die Getötetenzahl innerhalb eines Jahres um 78 und die der Schwerverletzten um 2.412 reduzieren – angesichts der bisher erreichten Rückgänge eine eher unwahrscheinliche Entwicklung.

Alkohol und Drogen

Trotz der insgesamt positiven Tendenzen stellte der Innenminister beim Blick auf die Ursachen von tödlichen Verkehrsunfällen auch einige besorgniserregende Entwicklungen fest. So sei die Anzahl der Getöteten, bei denen die Unfallursache Alkohol und Drogen ausschlaggebend war, von 30 in 2018 auf 39 im Berichtsjahr gestiegen. Auch die Anzahl der Verkehrsteilnehmer, die mit Alkohol im Blut am Steuer erwischt wurden, lag mit knapp 14.000 Fällen um 3,5% über dem Vorjahr. Noch deutlicher sei die Zahl derjenigen Verkehrsteilnehmenden gestiegen, bei denen die Polizei Drogen nachweisen konnte. Laut Innenministerium kam es in 2019 zu 19.271 Verstößen, ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Das ist eine Steigerung, die ungeheuerlich ist“, so Reul, der sogar von einem Paradigmenwechsel im Umgang mit Drogen ausgeht. Sorgen bereiten der Polizei auch die Unfälle, die sich mit den seit Juni 2019 zugelassenen E-Tretrollern ereigneten. Insgesamt kam es zu 223 polizeilich erfassten Unfällen, an denen 341 Personen beteiligt waren. 192 von ihnen wurden leicht, 43 schwer verletzt. Bei jedem vierten E-Roller-Unfall waren Alkohol oder Drogen im Spiel. Dies legt auch eine Grafik des Innenministeriums nah, die die Unfallzeiten von E-Rollern auswertet: Neben einer Spitze zwischen 15.00 und 17.00 Uhr ereignen sich besonders viele Crashs zwischen 1.00 und 3.00 Uhr nachts. Verringert hat sich die Anzahl der Verkehrstoten, bei denen die Ursache Geschwindigkeit ausschlaggebend war. Von 131 Getöteten in 2018 ging es im Berichtsjahr auf 97 zurück. Und auch die Zahl der Menschen, die nicht angeschnallt waren, als sie tödlich verunglückten, reduzierte sich von 38 in 2018 auf 31. Wenig verändert hat sich die Zahl der Radfahrenden, die im Verkehr zu Tode kamen. Sie ging gegenüber dem Vorjahr leicht um zwei auf 73 zurück. Beim Blick auf die Altersgruppen zeigt sich eine weiterhin leicht positive Tendenz bei den Kindern. In der Gruppe der 0- bis 14-Jährigen verunglückten 6.462 Personen, 1,4% weniger als im Vorjahr. Erfreulicher Weise reduzierte sich auch die Getötetenzahl gegenüber Vorjahr von zehn auf fünf.

WEITERE THEMEN

LVW-Gastbeitrag bei Parteitag der Grünen NRW

Die Grünen NRW haben am Sonntag, 28. Februar, auf einem digitalen Parteitag das Thema Verkehr auf ihrer Agenda gehabt. Im Vorfeld wurde die Landesverkehrswacht NRW wegen eines Gastbeitrags angefragt, in dem Aktive aus den Verkehrswachten die Fragen „Was macht Ihr, um Verkehr sicherer zu machen?“ und „Was wünscht Ihr Euch […]

WEITER

Expertentipp März

„Verkehrsfurcht: Angst von Fußgängern und Radfahrern vor Verkehrsunfällen in Verkehrsplanung berücksichtigen“ Von Wolfgang Packmohr „Die Straße ist stark befahren, zwei Spuren für jede Fahrtrichtung. Die Autos rasen, 50 km/h? Wieso? Stadt und Polizei messen doch erst ab 59 km/h und 70 km/h geht doch auch. Der Gehweg ist schmal, ca. […]

WEITER

Expertentipp Februar

Erste Hilfe in Zeiten von Corona Wer an einem Unfallort keine Hilfe leistet, macht sich laut Paragraf 323c des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar. Es drohen bei Missachtung eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Mit Sicherheit ist es jedermann zuzumuten, die Unfallstelle abzusichern und einen Notruf abzusetzen, um […]

WEITER