Mehr Verkehrstote und Verunglückte in NRW

Innenminister Reul stellte in Düsseldorf die Unfallstatistik 2018 vor – Zweiradfahrer gefährdet

Quelle: Vorläufige Zahlen des Innenministeriums NRW (Stand: 2/2019), Grafik: LVW NRW

Am 27.2. stellte Innenminister Herbert Reul in Düsseldorf die vorläufige Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2018 vor. Nach den Angaben des Innenministers erhöhte sich die Zahl der Getöteten gegenüber 2017 um sechs auf 490. Auch die Zahl der Verunglückten hat in 2018 um 1,1% auf 78.715 zugenommen. Eine deutliche Zunahme von Unfällen wurde bei den Zweiradfahrern verzeichnet. 16.725 Radfahrer verunglückten in 2018 laut Innenministerium; das sind rund 1.700 oder 11,4% mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der verunglückten Pedelec-, Mofa- und Kleinkraftradfahrer erhöhte sich.
„Immer mehr Menschen in den Städten steigen aus Umweltbewusstsein oder wegen Parkplatzmangel auf Zweiräder um. Das ist grundsätzlich gut, aber es gibt eben auch mehr Unfälle. Das ist ein Trend, der uns Sorgen macht“, so der Innenminister.
Einen Schwerpunkt seiner Ausführung legte Reul auf die Pedelec-Fahrer. Zwar sei die Zahl der Getöteten mit 20 nahezu konstant geblieben (2017: 21), allerdings sei die Zahl der Schwerverletzen von 346 auf 557 emporgeschnellt, was einer Zunahme um 53% gleichkommt. Bei den Leichtverletzten gab es ebenfalls einen deutlichen Anstieg von 1.024 in 2017 auf 1.538 in 2018.
Reul geht davon aus, dass das Problem aufgrund zunehmender Pedelec-Verkäufe eher größer als kleiner wird. „Ich rate vor allem älteren Pedelec-Fahrern, ein Sicherheitstraining zu machen. Außerdem sollte auch hier wie bei Radfahrern gelten: Helm auf!“
Neben der Verunfallung von Zweirädern verwies der Innenminister auch auf tödliche Unfälle aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit. Diese blieben mit 131 Getöteten im Vergleich zum Vorjahr (2017: 130) nahezu konstant. 38 nicht angeschnallte Pkw-Insassen starben bei Verkehrsunfällen (2017: 33). Wegen Alkohol und Drogen am Steuer verloren 30 Menschen ihr Leben bei Unfällen (2017: 29). Drei Verkehrsteilnehmer starben, weil Sie nachweislich das Handy benutzten. „Das ist unnötig und vermeidbar. Und das ist nicht akzeptabel“, so Reul.
Auch berichtete der Innenminister von einer weiteren Zunahme der Unfallfluchten in 2018. Hier gab es eine Zunahme gegenüber 2017 um 2,2% auf insgesamt 138.963. In 5.605 Fällen flüchteten Verkehrsteilnehmer nach einem Unfall mit Personenschaden; das waren 229 Fälle mehr als in 2017.
Da die Aufklärung von Unfallfluchten ein wichtiger Schwerpunkt polizeilicher Ermittlungsarbeit sei, habe man im vergangenen Herbst ein Pilot-Projekt mit dem Titel "Unfallflucht ist unfair" an sechs Standorten gestartet, erläuterte der Minister. Die Polizei arbeite dabei mit Geschäften, Supermärkten und Anliegern großer Parkplätze zusammen. Mit Plakaten und Flyern sollen die Menschen für das Problem sensibilisiert werden. Auch sollen Zeugen damit bewegt werden, ihre Beobachtungen zu melden.
Weitere Informationen zur Verkehrsunfallstatistik 2018 gibt es hier.