Hauptversammlung 2016 in Wetter

Landesverkehrswacht fordert Maßnahmen gegen digitale Ablenkung im Verkehr und verstärkt Verkehrssicherheitsarbeit für Flüchtlingen

BU: Bei der Hauptversammlung der Landesverkehrswacht überreichte Christian Rothe (2.v.re.), Mitglied der ABUS-Geschäftsleitung, den Verkehrswachthelm an LVW-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann (2.v.li.), sowie die LVW-Vizepräsidenten Klaus Voussem (li.) und Stefan Stracke (re.).

Wetter, 29. April 2016. Die Jahreshauptversammlung der Landesverkehrswacht NRW, die am heutigen Freitag beim Unternehmen Abus in Wetter stattfand, beschloss ein verstärktes Engagement gegen Ablenkung in Straßenverkehr, insbesondere durch die Nutzung von Smartphones am Steuer. Zum einen fordern die NRW-Verkehrswachten eine Überarbeitung des § 23 StVO, sodass dieser künftig für alle mobilen Kommunikationsgeräte die Nutzung von Funktionen untersagt, die den Fahrzeugführer vom Verkehr ablenken können. Zum anderen wird die Deutsche Verkehrswacht aufgefordert, gemeinsam mit den in Deutschland tätigen Telekommunikationsdienstleistern das Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“ gegenüber den Endverbrauchern mit geeigneten Maßnahmen zu thematisieren. „Die Ablenkung durch Mobilgeräte stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für die Verkehrssicherheit dar“, unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann, Präsident der Landesverkehrswacht. „Dass gilt aber nicht nur für Autofahrer. Auch Radfahrer und Fußgänger sollten Augen und Ohren offen halten, um sich und andere nicht zu gefährden. Die NRW-Verkehrswachten werden die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft verstärkt für das Thema sensibilisieren.“

Auch nahm der LVW-Präsident zur Gewichtung der Polizeiarbeit Stellung: „Die Landesverkehrswacht sieht die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei als Kernaufgabe an, die vollumfänglich erhalten bleiben, wenn nicht gar weiter ausgebaut werden muss. Gerade vor dem Hintergrund der Verkehrsunfallbilanz des vergangenen Jahres, in dem die Anzahl der Getöteten mit 521 gegenüber Vorjahr stagnierte, wird deutlich, wie wichtig diese Arbeit ist.“ Wer eine Schwächung der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit vor dem Hintergrund anderer Gefahren für Bürgerinnen und Bürger herbei rede, so Prof. Brauckmann, verkenne deren zentrale, in der Verfassung verankerte Bedeutung.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der NRW-Verkehrswachten bildet der Einsatz für verkehrssicheres Verhalten von Flüchtlingen In einer Gesprächsrunde wurden einige Initiativen vorgestellt, mit denen dieses verbessert werden soll – unter anderem ein Schulungsfilm für Radfahrer der Verkehrswacht Solingen, der in mehreren Sprachen kostenfrei zur Verfügung steht. Ein besonderes Angebot machte die Westfälische Provinzial Versicherung AG: Sie stellen der Landesverkehrswacht eine Haftpflichtversicherung für an Verkehrssicherheitsschulungen teilnehmende Flüchtlinge zur Verfügung, damit Schulungen nicht aufgrund von Versicherungsfragen nicht zustande kommen.

Auf der Hauptversammlung wurde auch ein neuer Verkehrswachthelm für Radfahrer vorgestellt, der in Kooperation mit ABUS angeboten wird.