Geprüft sicher: Verkehrswachten verteilen 174.000 Radfahrtestbögen an Grund- und Förderschulen in NRW

An der Grundschule in Dortmund-Aplerbeck übergaben Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauck-mann, Präsident der Landesverkehrswacht, Dipl.-Ing. Uwe Böhm, Mitglied Geschäftslei-tung TÜV Nord und Staatssekretär Michael von der Mühlen, NRW-Verkehrsministerium, (2. – 4.v.li.) in Anwesenheit von Polizeipräsident Gregor Lange (re.) und Bezirksbür-germeister Jürgen Schädel (li.) die Radfahrprüfbögen an Schulleiterin Christine Raunser

Dortmund, 19. September 2016. Damit sich Kinder mit dem Fahrrad sicher im Verkehr bewegen, nehmen sie in der dritten und vierten Klasse an der Radfahrausbildung teil. Dabei werden sie fit gemacht, um souverän mit ihrem Gefährt von A nach B zu kommen. Aber auch theoretisches Wissen ist gefragt: Wann ist mein Fahrrad nicht mehr verkehrssicher? Wie verhalte ich mich im Kreisverkehr? Und wie setze ich den Radhelm richtig auf? Um zu überprüfen, ob die Kinder gut Bescheid wissen, gibt es die Radfahrtestbögen, die zum Abschluss der Radfahrausbildung in der vierten Klasse ausgefüllt werden. Wer sein Wissen und Können erfolgreich unter Beweis gestellt hat, erhält einen Radfahrpass, in dem der eigene Name und alle wichtigen Merkmale des Fahrrads eingetragen werden können.

Heute wurden mit dem Staatssekretär Michael von der Mühlen vom Verkehrsministerium an der Aplerbecker Grundschule in Dortmund symbolisch für ganz Nordrhein-Westfalen einige der über 174.000 Testbögen für das Schuljahr 2016/17 an Rektorin Christine Raunser überreicht. Die NRW-Verkehrswachten statten in diesen Tagen alle Grund- und Förderschulen mit den Testbögen und Fahrradpässen aus. Möglich gemacht wurde dies durch die Unterstützung von TÜV Nord und TÜV Rheinland, die neben dem Verkehrsministerium und den Verkehrswachten den Druck finanziell unterstützen.

„Die Radfahrausbildung für junge Schülerinnen und Schüler ist ein wesentlicher Bestandteil der Mobilitäts- und Verkehrserziehung“, erläutert Verkehrsstaatssekretär Michael von der Mühlen. „Nur wer sein Rad sicher beherrscht, wird das Fahrrad auch später regelmäßig nutzen. Und das Radfahren wird in Zukunft eine noch viel größere Rolle als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel spielen: Erst um zur Schule, später zur Ausbildung und dann zum Job zu kommen. Das Rad ist mehr und mehr im Kommen.“

„Die Leistungen von TÜV Nord sind durch Fahrzeuguntersuchungen und die theoretische Führerscheinprüfung den meisten Verkehrsteilnehmern bekannt. Wir freuen uns, darüber hinaus einen Beitrag zur Sicherheit unserer Kinder leisten zu können“, unterstrich Dipl.-Ing. Uwe Böhm, Mitglied der Geschäftsleitung des TÜV Nord in Dortmund. „Wer frühzeitig verkehrssicheres Verhalten lernt, wird sich auch als Erwachsener sicherer im Verkehr bewegen.“ Prof. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann, Präsident der Landesverkehrswacht NRW, betonte die große Bedeutung der Radfahrausbildung in der dritten und vierten Klasse: „Leider müssen wir immer häufiger feststellen, dass Kinder nicht mehr so beweglich sind. Auch ist es längst nicht mehr selbstverständlich, dass sie in der Familie Radfahren lernen. Daher ist es besonders wichtig, dass die Lehrerinnen und Lehrer in den Grund- und Förderschulen mit Unterstützung der Polizei und der Verkehrswachten die Kinder ausbilden.“ Neben dem verkehrssicheren Umgang mit dem Fahrrad und der dazugehörigen Regelkenntnis lernten die Kinder so eine alternative Mobilitätsform kennen, die auch dazu beiträgt gesund zu bleiben. „Wer einmal erlebt hat, wie viel Spaß Radfahren machen kann, wird als Erwachsener das Fahrrad als gleichwertige Alternative zu anderen Verkehrsmittel betrachten“, so Bernd Andernach, Vorsitzender der Dortmunder Verkehrswacht.

Die 64 NRW-Verkehrswachten stellen seit vielen Jahren den Lehrkräften und den Verkehrssicherheitsberatern der Polizei Materialien für die Radfahrausbildung zur Verfügung. Außerdem betreiben sie mobile und stationäre Verkehrsschulen, in denen das verkehrssichere Radfahren im Schonraum geübt werden kann. In jüngster Zeit bieten viele Verkehrswachten Radfahrkurse für Flüchtlinge an, um sie mit den hiesigen Verkehrsverhältnissen und –regeln vertraut zu machen. Die Radfahrschulungen der Verkehrswachten sollen auch dazu beitragen, die Unfälle mit Radfahrerbeteiligung zu senken. Im vergangenen Jahr verunglückten in NRW 15.597 Radfahrer, 1.996 von ihnen waren unter 15 Jahre alt. 68 Radfahrer wurden in 2015 bei Verkehrsunfällen getötet.