„Achten Sie auf unsere Schulanfänger!“

Schulministerin Gebauer und Landesverkehrswacht appellieren an Autofahrer

Übten das sichere Überqueren der Straße (v.l.): Schulministerin Yvonne Gebauer, Prof. Jürgen Brauckmann, Präsident Landesverkehrswacht, Schulleiterin Melanie Gregrowicz und Peter Schlanstein, Vizepräsident Landesverkehrswacht mit Erstklässlern der Henri-Dunant-Schule

Düsseldorf, 28. August 2019. „Ich wünsche allen Kindern, die heute eingeschult werden, dass sie immer sicher zur Schule und zurückkommen. Dies kann nur gelingen, wenn sich alle, die im Straßenverkehr unterwegs sind, rücksichtsvoll verhalten. Wir alle tragen Verantwortung für die Verkehrssicherheit unserer Erstklässlerinnen und Erstklässler!“ Mit diesen Worten erinnerte Schulministerin Yvonne Gebauer heute bei der Eröffnungsveranstaltung der Verkehrswachtaktion „Brems Dich! Schule hat begonnen“ daran, dass in den kommenden Tagen rund 158.400 neue i-Dötze auf den Straßen von NRW unterwegs sind. Für die Autofahrenden bedeutet dies, dass sie sich besonders im Umfeld von Schulen bremsbereit halten sollten.
An der Düsseldorfer Henri-Dunant-Schule gab die Ministerin gemeinsam mit Prof. Jürgen Brauckmann, Präsident der Landesverkehrswacht, den Startschuss für die Verkehrssicherheitsaktion, die von der Unfallkasse NRW unterstützt wird. In den kommenden Wochen machen Spannbänder an Straßen im Umfeld von Schulen auf die Verkehrsanfänger aufmerksam. Außerdem veranstalten die NRW-Verkehrswachten Aktionen zur Verkehrssicherheit von Schulanfängern und verteilen Informationen zum sicheren Schulweg an die Erziehungsberechtigten.
„Schulanfänger sind auch Verkehrsanfänger, sie sind impulsiv und ihr Verhalten ist oft nicht berechenbar“, so der Präsident der Landesverkehrswacht. „Wie in der Schule müssen sie im Verkehr noch lernen sich richtig zu verhalten. Auch können sie die Geschwindigkeit von Fahrzeugen oder Entfernungen nicht richtig einschätzen. Daher sollten alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer in den kommenden Wochen besonders aufmerksam unterwegs sein“, so Brauckmann.
Ministerin Gebauer betonte, wie wichtig der Fußweg zur Schule für den Lernprozess der Erstklässlerinnen und Erstklässler sei: „Kinder machen als aktive Verkehrsteilnehmer wichtige Erfahrungen, durch die sie Sicherheit im Straßenverkehr gewinnen. Besteht der tägliche Schulweg ausschließlich aus der Fahrt mit dem Auto, fehlt dieser wichtige Entwicklungsschritt.“ Eltern sollten aber solange mit ihrem Nachwuchs zur Schule gehen, bis sie das Gefühl haben, dass die Kinder den Weg sicher beherrschen. Dazu gehört auch, dass man über Gefahrenstellen spricht und alternative Routen ausprobiert, die vielleicht länger, aber sicherer sind.
Durch die Bewegung auf dem Schulweg, ergänzte Prof. Brauckmann, schütteln die Kinder die letzte Müdigkeit ab, tanken frische Luft und können dann fit in den Unterricht starten. Wer dagegen die Kinder jeden Morgen zur Schule chauffiert, verhindert, dass sich die Kinder mit der Verkehrsrealität vertraut machen können. Auto fahrende Eltern verursachen außerdem häufig ein Verkehrschaos und gefährden andere Schülerinnen und Schüler, wenn sie ihren Nachwuchs möglichst direkt vor der Schule absetzen. Nur wenn es gar nicht anders geht, sollten Eltern das Auto nutzen, so Brauckmann. In diesem Fall sollten sie Hol- und Bringzonen ansteuern, die viele Schulen mittlerweile eingerichtet haben. Falls es an einer Schule noch keine Haltestelle für „Elterntaxis“ gibt, sollten die Kinder an einer Stelle aus dem Auto gelassen werden, von der sie sicher zur Schule laufen können.
Im vergangenen Jahr verunglückten 1.201 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren auf dem Schulweg, drei von ihnen starben. Nachdem sich die Zahl der Schulwegunfälle in den vergangenen Jahren nur unwesentlich verändert hatte, stieg sie in 2018 erstmals spürbar an. Die Landesverkehrswacht ruft daher alle Autofahrerinnen und Autofahrer dazu auf, besonders in den kommenden Woche im Umfeld von Schulen aufmerksam zu sein, den Fuß vom Gas zu nehmen und sich bremsbereit zu halten.