Wir über uns

Ziele der Verkehrswachten in Nordrhein-Westfalen

„Angesichts der Entwicklung unseres Verkehrslebens kann es nicht mehr Aufgabe der Behörden allein sein, den Verkehrsgefahren auf der Straße zu begegnen. Die Lage erfordert vielmehr eine Einschaltung aller am Verkehr beteiligten Kreise", so Karl Arnold, der erste Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, in einem Schreiben an die Regierungspräsidenten des Landes. Das war 1950. Doch die Argumente, die Arnold für die Gründung einer Landesverkehrswacht ins Feld führte, haben auch heute noch Gültigkeit.

Gerade in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit der größten Einwohnerzahl und den meisten zugelassenen Fahrzeugen in Deutschland, kommt der Verkehrssicherheit ein besonderer Stellenwert zu. Um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen, sind die Mithilfe und das Engagement jedes einzelnen Verkehrsteilnehmers gefordert. Nur wenn sich jeder der Verantwortung bewusst wird, die er gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern und sich selbst hat, kann das Ziel erreicht werden. Genau hier setzt die Arbeit der Verkehrswacht an: Durch Aufklärung und Beratung, durch Tests und Trainings möchte sie im Sinne ein sicheren Miteinanders das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer verändern und ihre Fähigkeiten verbessern. Dabei steht die Arbeit vor Ort im Mittelpunkt.

Dass Verkehrssicherheit ein Bedürfnis ist, das von den Menschen ausgeht, beweist bereits der Blick in die Geschichte: Als die Gründerväter des Dachverbandes, der Deutschen Verkehrswacht, 1924 in Berlin zu ihrer ersten Sitzung zusammenkamen, existierten bereits vier örtliche Verkehrswachten. Bis Ende 1924 kamen zehn weitere hinzu, darunter auch jene in Düsseldorf und Köln. Und auch heute ist Verkehrswachtarbeit hauptsächlich Arbeit vor Ort: Ob bei der Sicherung von Schulwegen, der Aufklärung junger Fahrerinnen und Fahrer oder der Durchführung von Fahrsicherheitstrainings – die 64 Verkehrswachten des Landes kennen ihre Stadt, ihren Kreis oder ihren Bezirk.

Die Menschen, die sich in den Verkehrswachten engagieren, sind überwiegend ehrenamtlich tätig. Häufig sind oder waren sie hauptberuflich in Bereichen aktiv, in denen die Verkehrssicherheit eine wesentliche Rolle spielt. Die aktiven oder ehemaligen Polizisten, Lehrer und Mitarbeiter der Verwaltung wissen um die besonderen Gegebenheiten, Strukturen und Gefahren vor Ort. Darin liegt ihre Stärke.

Die Arbeit der Landesverkehrswacht

Unterstützung erhalten die Verkehrswachten und ihre Mitarbeiter von der Landesverkehrswacht. In ihrer Satzung heißt es, dass sie die Verkehrswachten informiert, berät und durch geeignete Maßnahmen unterstützt. Besonders bei der Initiierung und Durchführung von landesweiten Aktionen wird die Landesverkehrswacht aktiv. Ob es um die Belieferung mit den dafür benötigten Materialien, die Mittelbereitstellung oder die Unterstützung beim organisatorischen Ablauf handelt: Die Landesverkehrswacht steht den Verkehrswachten in den Städten, Kreisen und Bezirken mit Rat und Tat zur Seite.

Dabei wird es immer notwendiger, Sponsoren zu gewinnen. Durch deren Bereitstellung von Materialien, Arbeitskraft oder finanziellen Mitteln kann die Verkehrswachtarbeit weiter ausgebaut und noch effektiver gestaltet werden.

Neben der Beratung und Information von Verkehrsteilnehmern und der Öffentlichkeit insgesamt versteht sich die Landesverkehrswacht als deren Interessenvertretung. Außerdem ist es ihr erklärtes Ziel, „Einstellung und Verhalten der Verkehrsteilnehmer so zu beeinflussen, dass die Verkehrssicherheit erhöht wird“. Dazu werden landesweite Aktionen und Maßnahmen durchgeführt oder unterstützt. Kampagnen zum Schulanfang („Schule hat begonnen“) und Großflächenplakat-Aktionen gegen Alkohol im Straßenverkehr gehören genauso dazu wie Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von Fahrrädern oder Wettbewerbe zur Motivation von Schülerlotsen. Mit dem Info-Mobil, das Seh- und Reaktionstest durchführt, ist man in den Schulen des Landes, bei Verkehrssicherheitstagen und auf Messen vertreten.

Mit ihren Maßnahmen zur Verkehrserziehung und -aufklärung möchte die Landesverkehrswacht alle Bürgerinnen und Bürger erreichen – von den Kindergartenkindern bis zu den Senioren. Alle Menschen sollen die Möglichkeit haben, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Und dafür muss man mobil sein. Ganz gleich, ob man als Fußgänger unterwegs ist, als Fahrrad-, Auto- oder Motorradfahrer oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Wer sicher ans Ziel zu kommen will, muss die Verhaltensregeln kennen. Und wie sich die Situation auf den Straßen ständig ändert, so müssen auch die Verkehrsteilnehmer am Ball bleiben. Verkehrserziehung ist also keine Frage des Alters. Sie endet nicht mit dem Erwerb des Führerscheins, sondern ist ein Teil des oft zitierten „lebenslangen Lernens“.

Es gibt noch viel zu tun ...

Die Zahl der Verkehrstoten in NRW hat sich im Jahr 2014 mit 522 gegenüber dem Vorjahr um 43 erhöht. Dies zeigt, dass es keinen Grund gibt, in den Anstrengungen für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit nachzulassen. Auch wenn sich die Getöteten- und Verletztenzahlen seit den 1970er Jahren deutlich reduziert haben und über mehrere Jahre betrachtet eine weiterhin absteigende Tendenz aufweisen, bedarf es weiterer Anstrengungen, um bestehende und künftige Anforderungen zu meistern. Nur wenn weiterhin alle Beteiligten ihr Engagement und Know-how einsetzen, wird sich die positive Entwicklung fortsetzen.


Deutschland, und hier speziell Nordrhein-Westfalen, ist mit seinem dichten Verkehrswegenetz das Transitland Europas. Außerdem führt die weiterhin steigende Motorisierung der Bevölkerung zu einer Verdichtung des Verkehrs. Die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer wird immer stärker gefordert, die Infrastruktur ist enormen Belastungen ausgesetzt. Nicht zuletzt spielen Belange des Umweltschutzes, seit 1994 als Staatsziel anerkannt, ein immer wichtigere Rolle.

Die daraus entstehenden Aufgaben müssen erkannt, benannt und gelöst werden. Nur so werden wir auch in Zukunft sicher mobil bleiben. Die Verkehrswacht in Nordrhein-Westfalen will ihren Beitrag dazu leisten.

Verkehrswachten vor Ort

Standorte

Fahrsicherheitstraining

PKW-Fahrsicherheitstraining
Motorrad-Fahrsicherheitstraining

Mitglieder