Angebote für junge Fahrer
Selbst bestimmen, wo es lang geht
Das lange Warten ist vorbei. Der Führerschein steckt in der Brieftasche, endlich kann man sich frei bewegen. Schon vergessen ist die Zeit, als man noch den letzten Bus erwischen musste, um von der Party nach Hause zu kommen. Mit der neuen Mobilität hat sich das ganze Leben verändert: Mit dem Auto, Scooter oder Motorrad kann man endlich selbst bestimmen, wo es lang geht.
Doch mit der größeren Unabhängigkeit wächst auch die Verantwortung – für sich und andere. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In NRW verunglücken jedes Jahr rund 15.000 junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Auch bei den Getötetenzahlen liegen die ’jungen Erwachsen‘ leider ganz vorn. Überhöhte Geschwindigkeit, riskante Fahrweise, Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluß gehören zu den häufigsten Unfallursachen. Und die Auswirkungen verschlimmern sich noch, wenn der Gurt nicht angelegt war.
Die Verkehrswachten in NRW sind daher besonders darum bemüht, mit Aktionen zur Aufklärung beizutragen. Für die 18- bis 24-Jährigen gibt es viele Aktionen, Angebote und Veranstaltungen.
Aktion junge Fahrer
Die Arbeit vieler Verkehrswachten konzentriert sich stark auf die Aufklärung junger Verkehrsteilnehmer. Einen wesentlichen Bestandteil bildet dabei das Zielgruppenprogramm „Aktion Junge Fahrer”, das bereits seit 1984 durchgeführt wird.
Mit 220 Maßnahmen, knapp 40 mehr als im Vorjahr, wurden im vergangenen Jahr 35.195 junge Menschen erreicht (VJ 32.799). Die Aktionen der örtlichen Verkehrswachten finden in der Regel in Freizeiteinrichtungen der Zielgruppe oder in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen oder Betrieben statt. Zumeist werden dabei erlebnisorientierte Testgeräte und Simulatoren verwendet. So konnten die Jugendlichen Crash-Tests miterleben oder an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen. Auch Seh- und Reaktionstestgeräte oder Gurtschlitten kamen zum Einsatz.
Weitere Informationen zu dem Programm finden Sie auf der Homepage der Deutschen Verkehrswacht.
Aufklärung junger Verkehrsteilnehmer
Da die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen in den Unfallstatistiken Jahr für Jahr einen traurigen Spitzenplatz einnimmt, ist es den Verkehrswachten ein besonderes Anliegen, frühzeitig auf die kommende Auto- und Motorradfahrergeneration einzuwirken. Bei der Verkehrserziehung an weiterführenden Schulen spielen dabei die sogenannten Richtervorträge eine entscheidende Rolle. Richter, Staats-, Amts- und Rechtsanwälte erläutern den Heranwachsenden die juristische Sicht auf den Themenbereich Verkehr.Nachdem die Zahl der Teilnehmer in 2006 um 69% gegenüber dem Vorjahr auf 12.912 Schüler angestiegen war, musste in 2007 ein fast ebeso deutlicher Rückgang verzeichnet werden. Die 358 Vorträgen (VJ 606) wurden von 8.151 Jugendlichen besucht. Möglich wurden die Vorträge nur durch die finanzielle Unterstützung des NRW-Verkehrsministeriums, das Engagement der Richter und Anwälte sowie die organisatorische Leistungen, die die Verkehrswachten erbrachten. Die Landesverkehrswacht bedankt sich bei allen Beteiligten für die erfolgreiche Arbeit.Mit den Schulungen für jugendliche Verkehrssünder verfügen die Verkehrswachten auch über ein Mittel, auf die straffällig gewordenen Heranwachsenden Einfluss zu nehmen. Ähnlich wie bei den Richtervorträgen werden den Jugendlichen dabei die rechtlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen ihres verkehrswidrigen Verhaltens vor Augen geführt. Insgesamt wurden in 2007 mit 176 Schulungen 1.940 junge Verkehrssünder erreicht. Dies entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als 167 Veranstaltungen mit 2.188 Jugendlichen stattfanden.

- NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (3.v.r.), TÜV-Vorstand Dr. Jürgen Brauckmann (2.v.r.) sowie LVW-Präsident Heinz Hardt (1.v.r.) eröffneten die Aktion Proficheck.
Proficheck
Der TÜV Rheinland hat Ende November 2007 die Aktion „Proficheck“ ins Leben gerufen. Dabei werden junge Fahrerinnen und Fahrer dazu aufgerufen, die Sicherheit ihrer PKW kostenlos überprüfen zu lassen. Die in Kooperation mit der Landesverkehrswacht NRW und dem Fahrlehrerverband Nordrhein initiierte Aktion setzt darauf, dass frisch gebackene Führerscheininhaber die Probefahrt mit einem Gebrauchtwagen nutzen, um ihn bei einer Prüfstelle des TÜV Rheinland auf Herz und Nieren untersuchen zu lassen.
Mehr als 30 sicherheitsrelevante Prüfpunkte stehen auf der Liste des „Profichecks”. Sie sollen die Entscheidungsgrundlage für den sicheren Autokauf bilden.Den Gutschein für den Proficheck erhalten die Fahrschüler nach erfolgreich bestandener Prüfung. Die Schirmherrschaft der Aktion hat NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke übernommen.
Tipps für den richtigen Auto-Check und weitere Infos zur Aktion gibt es auf den Seiten des TÜV Rheinland.


