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Verkehrssicherheitsarbeit und Unfallentwicklung

Bei ihrer Arbeit orientieren sich die Landesverkehrswacht NRW sowie die örtlichen Verkehrswachten an den Verkehrsunfallstatistiken, die regelmäßig vom Landesinnenministerium herausgegeben werden. An ihnen lassen sich die langfristigen Entwicklungen und Bereiche ablesen, die das Aufgabenfeld für Verkehrssicherheitsarbeit definieren. Ein Beispiel: Aufgrund des demografischen Wandels wächst die Zahl der Senioren im Verhältnis zu den anderen Bevölkerungsgruppe deutlich an. Entsprechend führen die Verkehrswachten in NRW verstärkt Programme für Senioren durch; einige habe sogar spezielle Fahrsicherheitstrainings für Senioren entwickelt. Neben der Konzentration auf bestimmte Zielgruppen werden sich die Verkehrswachten aber immer bemüht sein, für alle Verkehrsteilnehmer Angebote zu machen. Eine Übersicht über die Angebote der Verkehrswachtarbeit finden Sie nach Zielgruppen unterteilt im linken Bildschirmbereich.

 

Abnahme der Getöteten- und Verletztenzahlen

Die Zahl der Verkehrsunfälle, die in 2009 von der Polizei in NRW aufgenommen wurden, hat sich gegenüber dem Vorjahr von 558.500 auf 560.243 leicht erhöht. Die Verletztenzahl ging um ca. 1.500 von 79.757 auf 78.365 zurück. Die Getötetenzahl betrug in 2009 621; nie zuvor seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik 1953 kamen weniger Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl um 73 Personen zurück.

 

Hauptunfallursachen im Fokus
Die Bekämpfung der Hauptunfallursachen hat in NRW nach wie vor oberste Priorität. Dazu zählen laut Polizei überhöhte Geschwindigkeit sowie Alkohol und Drogen. Außerdem wird weiterhin gegen Gurtmuffel vorgegangen. So wurden im vergangenen Jahr bei Kontrollen 401.584 „Verstöße gegen die Insassensicherungspflicht" festgestellt. Damit hat die Zahl derjenigen, die es mit dem Anschnallen nicht so genau nehmen, um 10,5% abgenommen. In 2008 wurden noch 448.645 Verstöße registriert.
Innenministerium und Verkehrswachten werden Autofahrer auch in diesem Jahr verstärkt auf die Anschnallpflicht hinweisen.

Zahl der verunglückten Senioren steigt

Die Zahl der im Straßenverkehr veruznglückten Senioren (65+) ist im vergangenen Jahr um 2,5% auf 8.812 Personen gestiegen. 198 Senioren kamen auf den Straßen Nordrhein-Westfalens ums Leben, neun mehr als im Vorjahr. Die Steigerung der Verunglücktenzahlen geht mit einem Anstieg am Anteil der Gesamtbevölkerung einher: 3,62 Mio. Menschen älter als 65 lebten in 2009 in NRW. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 20,2%.

Junge Fahrer bleibt Hauptrisikogruppe

Dagegen kommt die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen mit 1,48 Mio. Personen lediglich auf einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 8,2%. Doch die Verunglücktenzahl der Gruppe der Fahranfänger lag in 2009 mit 14.187 deutlich über der der Senioren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer leichten Erhöhung um 0,6%. Dagegen ging die Getötetenzahl von 114 auf 110 zurück. Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung bleiben die jungen Erwachsenen aber eine Hauprisikogruppe.
Ein Projekt, dass die Gefahren für Fahranfänger minimieren helfen will, ist „Begeleitetes Fahren ab 17“. Nach 65.000 Jugendlichen in 2007 und rund 77.000 in 2008 nahmen in 2009 65.000 17-Jährige an dem Modellversuch teil. Die von ihnen verursachten Unfälle erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 33 auf 75.
Aller Voraussicht nach wird der erfolgreiche Modellversuch ab dem 1.1.2011 durch eine Änderung des Straßenverkehrsrechts in Dauerrecht überführt.

(Bild: Verkehrsunfallstatistik, Innenministerium NRW)


Niedrigster Stand bei tödlich verunglückten Kindern

Bei der Anzahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder wurde mit 15 (-3) der niedrigste Stand seit Einführung der Verkehrsstatistik erreicht. Auch die Zahl der im Straßenverkehr in 2009 verunglückten Kinder reduzierte sich von 7.612 im Vorjahr auf 7.311. Die Zahl der Verletzten reduzierte sich von 7.594 auf 7.296.
Kinder zwischen 0 und 5 Jahren verunglücken nach wie vor besonders häufig als Mitfahrer im Auto. Im vergangenen Jahr lag der Anteil bei 49,9%. Dies zeigt, dass die korrekte Sicherung der ganz Kleinen für die Verkehrswachten auch in Zukunft ein wichtiges Thema bleiben wird. Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren verunglücken dagegen besonders häufig im als Fußgänger im Straßenverkehr, bei den Zehn- bis 14-Jährigen verunglückten mit 51,7% mit dem Fahrrad.

Ziel 2015

Weiterhin verfolgt das Land Nordrhein-Westfalen das im Verkehrssicherheitsprogramm 2004 erklärte Ziel, die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Die Verkehrswachten in NRW begrüßen den Beschluss der Landesregierung und werden tatkräftig daran mitarbeiten, dass dieses Ziel tatsächlich erreicht wird.

(Bild: Verkehrsunfallstatistik, Innenministerium NRW)