Verkehrsunfallbilanz: So wenig Verkehrstote in einem Halbjahr wie nie zuvor seit 55 Jahren
Kategorie: Pressemitteilungen, Aktuelles
Innenminister Wolf: Ehrenamtlicher Einsatz der Verkehrswachten ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit
Jülich, 11. August 2009. Noch nie seit 1953 starben in einem Halbjahr weniger Menschen auf den nordrhein-westfälischen Straßen als in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Die Zahl der Verkehrstoten verringerte sich im Vorjahresvergleich um 47 auf 293 (- 14%). Dies gab Innenminister Dr. Ingo Wolf heute (11. August) in Jülich auf einem gemeinsamen Pressetermin von Innenministerium und Landesverkehrswacht NRW bekannt. „Zu dieser positiven Entwicklung hat auch unsere Strategie gegen die Hauptursachen von tödlichen Unfällen wie Rasen, Alkohol und Drogen am Steuer sowie Nichtanschnallen beigetragen“, so der Innenminister. Die Zahl der Verkehrsunfälle sank insgesamt um 2.873 auf 273.295 (- 1 %). Dabei wurden 6.313 Personen (- 5,6%) schwer und 30.127 (- 6,4 %) leicht verletzt.
Heinz Hardt, Präsident der Landesverkehrswacht NRW (LVW), sicherte dem Innenminister die Unterstützung der 67 örtlichen Verkehrswachten des Landes zu: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Zahl der im Straßenverkehr verletzten und getöteten Menschen weiter zu senken. Die Verkehrswachten arbeiten mit Aufklärungsmaßnahmen und vorbeugenden Aktionen auf dieses Ziel hin“, erklärte Hardt. „Der ehrenamtliche Einsatz der vielen Freiwilligen in den Verkehrswachten ist ein wichtiger Beitrag für die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen“, lobte Wolf.
In Jülich stellte die LVW das erfolgreiche Programm „Sicherheitstraining statt Strafe“ vor, bei dem Verkehrssünder, statt eine Geldbuße zu zahlen, ein Sicherheitstraining absolvieren müssen. Auch wurden erstmals alle Motive einer neuen Anzeigenkampagne präsentiert, mit der die LVW ab sofort bei Verkehrsteilnehmern für eine rücksichtvolle Fahrweise wirbt.
Bis Ende Juni war jeder fünfte Verkehrstote ein Biker, insgesamt 55 (- 4). Im Jahr 2008 war es noch jeder sechste. Fast die Hälfte aller getöteten Motorradfahrer war zu schnell unterwegs und verursachte dadurch einen Unfall. „Kurvenreiche enge Straßen, schönes Wetter und eine schwere Maschine verführen Biker oft zu schnellen und riskanten Fahrmanövern“, stellte Wolf fest. Bei den Unfällen mit Verletzten sehen die Zahlen ähnlich aus: Insgesamt verunglückten 2098 Biker, 457 von ihnen wurden durch zu schnelles Fahren und dadurch selbst verursachte Unfälle verletzt. „Die Polizei wird auch weiterhin konsequent gegen die Raser unter ihnen vorgehen“, kündigte der Innenminister an.
Das Unfallrisiko ist für Motorradfahrer gegenüber Autofahrern 18 Mal höher. „Gerade Kradfahrer müssen noch umsichtiger und vorausschauender fahren. Sie haben keine Knautschzone und werden manches Mal in ihrer Geschwindigkeit von anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt“, erläuterte der Innenminister. LVW-Präsident Heinz Hardt sieht besonders die Neu- oder Wie-dereinsteiger unter den Motorradfahrern als gefährdet an. „Ein Fahr- und Sicherheitstraining, wie es die Verkehrswachten in Nordrhein-Westfalen anbieten, hilft die eigenen fahrerischen Fähigkeiten richtig einzuschätzen und in brenzligen Situationen überlegt zu reagieren.“
Auch betonten Wolf und Hardt die Bedeutung moderner Sicherheitstechnik, wenn es darum geht Unfälle zu vermeiden. „ABS sollte, wie bei PKW längst üblich, von den Herstellern als Standard in jede Maschine eingebaut werden“, fordern der Innenminister und der LVW-Präsident.





