Leihgeräte Verkehrssicherheit

Lernen durch erleben

Ob Überschlagsimulator, Gurtschlitten, Rauschbrille, PKW-, Motorrad- oder Fahrradsimulator – die Verkehrswachten in NRW verfügen über diverse Geräte, mit denen man Themen der Verkehrssicherheit hautnah, aber gefahrlos veranschaulichen kann. Auch Unternehmen können Geräte sowie geschulte Moderatoren mieten, wenn sie einen Sicherheitstag oder ähnliche Veranstaltungen durchführen wollen.

 

Nachstehend können sie eine Liste im PDF-Format herunterladen, die  darüber informiert welche Geräte bei welcher Verkehrswacht ausgeliehen werden können. Bitte beachten Sie, dass die Geräte in den meisten Fällen von einem Moderator oder speziell geschultem Personal bedient werden.

Der Gurtschlitten im Einsatz
Gurtschlitten


Welche Kräfte werden bei einem Verkehrsunfall frei? Und warum ist der Gurt im Falle einer Kollision der Lebensretter Nr.1? Der Gurtschlitten simuliert den Aufprall eines Fahrzeugs auf einen stehenden Gegenstand mit ca. 10 km/h und zeigt so anschaulich, wie wichtig es ist, sich auf jeder noch so kurzen Fahrt anzuschnallen. 31 Menschen kamen in 2012 in NRW bei Verkehrsunfällen ums Leben, die nicht angeschnallt waren.

Neben den Gurtschlitten, die von Personen genutzt werden können, bieten einige Verkehrswacht auch den Einsatz von Kindergurtschlitten an. Dabei nehmen Puppen anstelle von Kindern auf dem Sitz Platz. Dann demonstriert man den Zuschauern, wie sich ein Aufprall mit und ohne Sicherheitsgurt auswirkt – ein Eindruck, der sich einprägt.

Auf dem Kindergurtschlitten werden Puppen verwendet

Überschlagsimulator


Liegt das Fahrzeug auf dem Dach, sind die Insassen durch die Situation meist überfordert, orientierungslos und stehen hilflos unter Schock. Ihr gesamtes Körpergewicht drückt in den Gurt. Dampfendes Kühlwasser kann austreten. In dieser Lage sich aus dem Pkw zu retten, erfordert planmäßiges und sinnvolles Handeln und Nervenstärke, ehe einem so viel Blut in den Kopf gestiegen ist, dass man ohnmächtig wird. Auch beim unkontrollierten Abschnallen können im Bereich der Halswirbelsäule schlimme Verletzungen herbeigeführt werden. Bei 30 Prozent aller Unfälle mit Autos, die auf dem Dach oder der Seitelanden, und bei denen niemand verletzt wurde, kommt es zu so genannten Nachunfällen beim Verlassen des verunglückten Pkw – oft mit verheerendem Ausgang.
Beim Einsatz des Überschlagssimulators zeigen erfahrene Moderatoren/innen den Insassen die Grundlagen für das sichere Autofahren (Sitz- und Lenkradeinstellung, Airbag, Gurt, Kopfstütze, Ladungssicherung) und Verhaltensmuster der Ersthilfe am Unfallort. Der Teilnehmer erlebt selbst, wie aus der Überkopflage ein sicherer Ausstieg aus einem verunfallten Fahrzeug möglich ist. Gleichzeitig merkt der Fahrer oder die Fahrerin, wie lebenswichtig der Anschnallgurt ist.

Ausstieg aus dem Simulator

Fahrradsimulator


Mit dem Fahrradsimulator lassen sich Gefahrensituationen, wie sie täglich im Straßenverkehr auftreten können, darstellen. Die Aufgabe besteht darin, beim Auftreten oder bei ersten Anzeichen einer Gefahr, die Bremse zu betätigen. So soll der Fahrer für reale Gefahren – von der plötzlich geöffneten Autotür bis zum Kind, das auf die Straße läuft – und deren Entstehung sensibilisiert werden.

Die Benutzung des Simulators muss moderiert werden, um den Fahrradfahrer die einzelnen Situationen und Reaktionen zu erläutern und ein Fehlverhalten zu analysieren. Desweiteren wird vom Moderator auf die Grundlagen des sicheren Radfahrens eingegangen.

Der Fahrradsimulator eignet sich für jedes Alter
Es werden verschiedene Modell des Fahrradsimulators eingesetzt

Rauschbrillen

Die Rauschbrillen simulieren eindrucksvoll den Zustand der Beeinträchtigung durch Alkohol und/oder andere psychotrope (das Gehirn beeinflussende) Substanzen. Eingeschränkte Rundumsicht, Doppelsehen, Fehleinschätzungen für Nähe und Entfernungen, Verwirrung, verzögerte Reaktionszeit und das Gefühl von Verunsicherung werden durch die Rauschbrillen erlebbar.
Bei der Arbeit mit den Rauschbrillen ist es wichtig, viele Möglichkeiten der Beeinträchtigung zu thematisieren. So gibt es schon bei sehr geringer Alkoholkonzentration im Blut häufig erhebliche Einschränkungen der Wachsamkeit und des Reaktionsvermögens. Die Rauschbrille simuliert annähernd eine Rauschwirkung, die etwa einer Blutalkoholkonzentration von 0,8 Promille bis etwa 1,5 Promille entspricht.

Das Hauptargument für den Einsatz von Rauschbrillen, ist die überaus positive Resonanz bei den Kindern und Jugendlichen. Mit den Brillenaktionen erreichen wir viele Zielgruppen. Im Zusammenhang mit den Aktionen machen sie eine neue Erfahrung und sind bereit über Themen wie Rauscherfahrungen, Alkohol- und Drogenkonsum auf Parties und Festen in der Lerngruppe zu diskutieren.
Sie sind häufig überrascht, wie weitgehend die Wirkung von Alkohol und Drogen auf wichtige Körper- und Wahrnehmunsfunktionen ist. Überdies ist die Simulation ein sicherer Weg, Trunkenheitsfahrten oder Arbeiten unter Drogeneinfluß zu erleben, ohne selbst getrunken zu haben.
Was noch wichtiger ist: Die TeilnehmerInnen an den Brillentests werden sich an diese Erfahrung erinnern, weil sie sie mit klarem, nüchternen Kopf gemacht haben. Alkohol benebelt ja nicht nur die unmittelbare Wahrnehmung, sondern auch die Erinnerung.
Die Rauschbrillen können in folgenden Bereichen einsetzen:

• Suchtprävention in Schule, Unterricht und Jugendeinrichtungen
• für Mofa-Kurse z.B. an Schulen und Jugendzentren
• für Verkehrssicherheitstrainings
• für Prävention in Diskotheken und bei Events in Autohäusern
• für Suchtprävention in Betrieben
• für Fahrschulen / fuür Nachschulungen (MPU)
• für polizeiliche Vorbeugungsarbeit
• für Kurse der Jugendgerichtshilfe usw. ........

Die Länge des Parcours lässt sich alternativ nach den vorgefundenen Platzverhältnissen aufbauen.

Mit der Rauschbrille kann man berauschte Sinne ohne Alkohol erleben (Foto: KölnMesse)