Angebote
Verkehrssicherheitsarbeit und Unfallentwicklung
Bei ihrer Arbeit orientieren sich die Landesverkehrswacht NRW sowie die örtlichen Verkehrswachten an den Verkehrsunfallstatistiken, die regelmäßig vom Landesinnenministerium herausgegeben werden. An ihnen lassen sich die langfristigen Entwicklungen und Bereiche ablesen, die das Aufgabenfeld für Verkehrssicherheitsarbeit definieren. Ein Beispiel: Aufgrund des demografischen Wandels wächst die Zahl der Senioren im Verhältnis zu den anderen Bevölkerungsgruppe deutlich an. Entsprechend führen die Verkehrswachten in NRW verstärkt Programme für Senioren durch; einige habe sogar spezielle Fahrsicherheitstrainings für Senioren entwickelt. Neben der Konzentration auf bestimmte Zielgruppen werden sich die Verkehrswachten aber immer bemüht sein, für alle Verkehrsteilnehmer Angebote zu machen. Eine Übersicht über die Angebote der Verkehrswachtarbeit finden Sie nach Zielgruppen unterteilt im linken Bildschirmbereich.
Mehr Unfälle, weniger Getötete und Verletzte
Die Zahl der Verkehrsunfälle, die in 2010 von der Polizei in NRW aufgenommen wurden, hat sich laut Innenministerium NRW gegenüber dem Vorjahr um 3,9% auf 582.110 erhöht. Der Anstieg bezieht sich allerdings ausschließlich auf Bagatellunfälle. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass diese Entwicklung auf die außergewöhnlichen Schneelagen in den Monaten Januar und Februar sowie Dezember zurückzuführen ist.
Die Zahl der bei Verkehsunfällen leicht Verletzten ging um 4.286 oder 6,6% auf 60.533 zurück. Bei den Schwerverletzten viel der Rückgang mit knapp 10% oder 1.321 Verunfallten noch deutlicher aus. Insgesamt wurden 12.225 Personen bei Verkehrsunfällen schwer verletzt.
Die Getötetenzahl reduzierte sich in 2010 gegenüber dem Vorjahr um 70 auf 550; nie zuvor seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik 1953 kamen weniger Menschen im Straßenverkehr in NRW ums Leben.

Hauptursachen für tödliche Unfälle: Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen, Nichtanschnallen
Die Bekämpfung der Hauptunfallursachen hat in NRW nach wie vor oberste Priorität. Dazu zählen laut Polizei überhöhte Geschwindigkeit sowie Alkohol und Drogen. Darüber hinaus hat das Nichtanschnellen von PKW-Insassen bei einem Unfall fatale Folgen. Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger sind diese drei Fehverhalten für 50% der Verkehrstoten verantwortlich.
Durch zu schnelles Fahren starben im vergangenen Jahr 207 Menschen, dies ist mehr als jeder dritte Verkehrstote in NRW. Alkohol und Drogen waren bei Unfällen im Spiel, bei denen 67 Verkehrsteilnehmer getötet wurden. Dies entspricht 11% aller Verkehrstoten in 2010. 935 Menschen wurden wegen Alkohol und Drogen am Steuer schwer verletzt.
26 Kraftfahrer, die in 2010 bei einem Verkehrsunfall starben, waren nicht angeschnallt. Innenministerium und Verkehrswachten werden Autofahrer auch in diesem Jahr verstärkt auf die Anschnallpflicht hinweisen.
Weniger verunglückten Senioren
Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Senioren (65+) ist gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Nach 198 Senioren im Vorjahr kamen in 2011 145 ältere Menschen auf den Straßen Nordrhein-Westfalens ums Leben. Auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten über 65-Jährigen reduzierte sich deutlich um 10.4% auf 7.897. Der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich leicht auf 20,4%.
Junge Fahrer bleibt Hauptrisikogruppe
Ebenfalls rückläufig, wenn auch nicht so deutlich, entwickelten sich Zahlen der bei Verkehrsunfällen verletzten und getöteten „Jungen Fahrer“. Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen hält mit 1,49 Mio. Personen lediglich einen Anteil von 8,3% an der Gesamtbevölkerung. Doch die Verunglücktenzahl der Gruppe der Fahranfänger lag in 2010 mit 13.214 deutlich über der der Senioren. Gegenüber dem Jahr 2009 entspricht dies einem Rückgang von 6,8%. Auch die Getötetenzahl reduzierte sich von 110 auf 98. Trotz dieser positiven Entwicklung bleiben die jungen Erwachsenen gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung aber eine Hauprisikogruppe.
Ein Projekt, dass die Gefahren für Fahranfänger minimieren helfen will, ist „Begeleitetes Fahren ab 17“. Der erfolgreiche Modellversuch wurde am 1.1.2011 durch eine Änderung des Straßenverkehrsrechts in Dauerrecht überführt.

- (Bild: Verkehrsunfallstatistik, Innenministerium NRW)
Weniger Kinder verunglückten, mehr starben
Nachdem im vergangenen Jahr bei der Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder der niedrigste Stand seit Einführung der Verkehrsstatistik erreicht wurde, stieg er in diesem Jahr wieder an. 22 Kinder kamen in 2010 auf den Straßen des Landes zu Tode, sieben mehr als im Vorjahr. Dagegen reduzierte sich die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder von 7.311 im Vorjahr auf 6.667. Die Zahl der Verletzten ging von 7.296 auf 6.645 zurück.
Kinder zwischen null und fünf Jahen verunglücken besonders häufig als Mitfahrer im Auto. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Anteil um 27% auf 63,1%. Dies zeigt, dass die korrekte Sicherung der ganz Kleinen für die Verkehrswachten auch in Zukunft ein wichtiges Thema bleiben wird. Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren verunglücken dagegen besonders häufig im als Fußgänger im Straßenverkehr (38,9%), bei den Zehn- bis 14-Jährigen verunglückten mit 49,2% mit dem Fahrrad.
Ziel 2015
Weiterhin verfolgt das Land Nordrhein-Westfalen das im Verkehrssicherheitsprogramm 2004 erklärte Ziel, die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Die Verkehrswachten in NRW begrüßen den Beschluss der Landesregierung und werden tatkräftig daran mitarbeiten, dass dieses Ziel tatsächlich erreicht wird.

- (Bild: Verkehrsunfallstatistik, Innenministerium NRW)




