Angebote

Verkehrssicherheitsarbeit und Unfallentwicklung

Bei ihrer Arbeit orientieren sich die Landesverkehrswacht NRW sowie die örtlichen Verkehrswachten an den Verkehrsunfallstatistiken, die regelmäßig vom Landesinnenministerium herausgegeben werden. An ihnen lassen sich die langfristigen Entwicklungen und Bereiche ablesen, die das Aufgabenfeld für Verkehrssicherheitsarbeit definieren. Ein Beispiel: Aufgrund des demografischen Wandels wächst die Zahl der Senioren im Verhältnis zu den anderen Bevölkerungsgruppe deutlich an. Entsprechend führen die Verkehrswachten in NRW verstärkt Programme für Senioren durch; das Angebot reicht von Fahrsicherheitstrainings für PKW über spezielle Radfahr-Programm bis hin zu Rollator-Trainings. Neben der Konzentration auf bestimmte Zielgruppen werden sich die Verkehrswachten aber immer bemüht sein, für alle Verkehrsteilnehmer Angebote zu machen. Eine Übersicht über die Angebote der Verkehrswachtarbeit finden Sie nach Zielgruppen unterteilt im linken Bildschirmbereich.

 

Kein Rückgang der Getötetenzahl
2015 wurden in Nordrhein-Westfalen 521 Menschen im Straßenverkehr getötet; damit ist die Verkehrstotenzahl gegenüber dem Vorjahr nahezu gleich geblieben (522). Ziel muss es sein, die Getötetenzahl wieder signifikant zu senken. Im Jahr 2013 waren 479 Menschen im Verkehr ums Leben gekommen; dies war der bisher tiefste Stand bei den Verkehrstoten.

Bei den Schwerverletzten konnte in 2015 nur ein geringfügiger Rückgang von 13.521 auf 13.159 Personen verzeichnet werden. Die Zahl der Leichtverletzten lag mit 62.987 ebenfalls nur geringfügig unter dem Vorjahr, als 63.427 Menschen auf den Straßen in NRW leicht verletzt worden waren. Insgesamt verunglückten in NRW damit 76.146 Menschen in 2015 im Straßenverkehr; in 2014 waren es ca. 800 mehr.

Quelle: Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW/Grafik LVW

Anstieg getöteter Seniorinnen und Senioren

Unter den 521 Menschen, die in 2015 im Straßenverkehr starben, gehörten 173 Personen zur Gruppe der Seniorinnen und Senioren. Dies waren 14 Personen mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der verunglückten Senioren wuchs gegenüber 2014 um 2% auf über 9.500 an.

Der Anteil älterer Verkehrssteilnehmer bei den getöteten Fußgängern bereitet ebenfalls Sorgen; von der 123 Unfallopfern waren mehr als die Hälfte Seniorinnen und Senioren.

Ebenfalls angestiegen ist die Getötetenzahl aus der Gruppe der 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmer. 83 junge Erwachsene kamen in 2015 im Verkehr zu Tode.

Fußgänger, Motorradfahrer und Radfahrer besonders gefährdet

Betrachtet man die Verkehrsunfallstatistik nach dem Kriterium der Verkehrsteilnahme, so fällt auf, dass neben den Fußgängern mit 123 Getöteten besonders für die Gruppe der Motorradfahrer mehr Getötete verbuchen musste. Die Zahl stieg von 70 in 2014 auf 83 in 2015.
Auch für die Radfahrer gibt es keine Entwarnung: Hier stagnierte die Zahl mit 68 Getöteten auf dem Vorjahresniveau. Dagegen ist die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten PKW-Insassen mit 195 gegenüber 216 im Vorjahr rückläuig. „Zugespitzt könnte man formulieren: Im Auto wird weniger gestorben, vor dem Auto wird mehr gestorben“, resümierte Polizeioberrat Jürgen Marten vom NRW-Innenministerium bei der Vorstellung der Unfallzahlen 2015 im Rahmen der Vorstands- und Beiratssitzung der Landesverkehrswacht.

Quelle: Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW/Grafik: LVW