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Verkehrssicherheitsarbeit und Unfallentwicklung

Bei ihrer Arbeit orientieren sich die Landesverkehrswacht NRW sowie die örtlichen Verkehrswachten an den Verkehrsunfallstatistiken, die regelmäßig vom Landesinnenministerium herausgegeben werden. An ihnen lassen sich die langfristigen Entwicklungen und Bereiche ablesen, die das Aufgabenfeld für Verkehrssicherheitsarbeit definieren. Ein Beispiel: Aufgrund des demografischen Wandels wächst die Zahl der Senioren im Verhältnis zu den anderen Bevölkerungsgruppe deutlich an. Entsprechend führen die Verkehrswachten in NRW verstärkt Programme für Senioren durch; einige habe sogar spezielle Fahrsicherheitstrainings für Senioren entwickelt. Neben der Konzentration auf bestimmte Zielgruppen werden sich die Verkehrswachten aber immer bemüht sein, für alle Verkehrsteilnehmer Angebote zu machen. Eine Übersicht über die Angebote der Verkehrswachtarbeit finden Sie nach Zielgruppen unterteilt im linken Bildschirmbereich.

 

Abnahme der Getöteten- und Verletztenzahlen

Die Zahl der Verkehrsunfälle, die in 2008 von der Polizei in NRW aufgenommen wurden, hat sich gegenüber dem Vorjahr von 572.394 auf 558.500 leicht verringert. Die Verletztenzahl reduzierte sich ebenfalls um ca. 5.000 von 84.766 auf 79.757. Die Getötetenzahl belief sich auf 687, damit kamen nie zuvor seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik 1953 weniger Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl um 45 Personen oder 6,2% zurück.

 

Hauptunfallursachen im Fokus
Die Bekämpfung der Hauptunfallursachen hat in NRW nach wie vor oberste Priorität. Dazu zählen laut Polizei überhöhte Geschwindigkeit sowie Alkohol und Drogen. Außerdem wird weiterhin gegen Gurtmuffel vorgegangen. So wurden im vergangenen Jahr bei Kontrollen 448.645 „Verstöße gegen die Insassensicherungspflicht" festgestellt. Damit nimmt die Zahl derjenigen, die es mit dem Anschnallen nicht so genau nehmen. In 2007 wurden 429.144 Verstöße, in 2006 noch 406.206 Verstöße registriert.
Innenministerium und Verkehrswachten werden Autofahrer in diesem Jahr verstärkt auf die Anschnallpflicht hinweisen.

Ausnahmen vom positiven Trend: Senioren und Radfahrer

Musste in 2007 noch die Gruppe der Motorradfahrer einen starken Anstieg der Getötetenzahl verzeichnen, hat sich das Bild in 2008 positiv entwickelt: Mit 102 getöteten Bikern ging die Zahl gegenüber Vorjahr um 23 zurück.
Einen leichten Anstieg der Getötetenzahlen ist allerdings bei den Radfahrern festzustellen. Hier kamen in 2008 82 Personen, vier mehr als im Vorjahr, zu Tode. Die Verkehrswachten werden daher verstärkt für das Tragen von Fahrradhelmen werben.

Ebenfalls erhöht hat sich die Zahl der getöteten Senioren. Auch deren Zahl erhöhte sich gegenüber 2007 um vier auf 188. Allerdings ging die Anzahl der Verletzten von knapp 9.000 im Vorjahr auf nunmehr 8.596 zurück.

Junge Fahrer bleibt Hauptrisikogruppe

Deutlich unter dem Vorjahr lagen die Zahlen der Getöteten und Verletzten in der Altergruppe zwischen 18 und 24 Jahren. Nach 136 Toten in 2007 verunglückten im vergangenen Jahr 113 junge Menschen tödlich. Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung bleiben die jungen Erwachsenen aber eine Hauprisikogruppe.
Ein Projekt, dass die Gefahren für Fahranfänger minimieren helfen will, ist „Begeleitetes Fahren ab 17“. Hier nehmen die Teilnehmerzahlen beständig zu. Nach 65.000 Jugendlichen in 2007 nahmen in 2008 rund 77.000 teil. Trotz dieser Zunahme reduzierten sich die von ihnen verursachten Unfälle von 56 auf 33.

(Bild: Verkehrsunfallstatistik, Innenministerium NRW)

 

18 getötete Kinder

Bei der Anzahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder konnte mit 18 (+1) nahzu der niedrige Stand des Vorjahres erreicht werden. Deutlich weniger Kinder verunglückten im Straßenverkehr in 2008: Ihre Zahl ging gegenüber Vorjahr um 10% auf 7.612 zurück. Die Zahl der Verletzten reduzierte sich von 8.441 auf 7.594.
Kinder zwischen 0 und 5 Jahren verunglücken nach wie vor besonders häufig als Mitfahrer im Auto. Im vergangenen Jahr hat sich der Anteil noch einmal um 7,7% auf 58,8% erhöht. Dies zeigt, dass die korrekte Sicherung der ganz Kleinen für die Verkehrswachten auch in Zukunft ein wichtiges Thema bleiben wird. Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren verunglücken besonders häufig im als Fußgänger im Straßenverkehr, bei den Zehn- bis 14-Jährigen verunglückten mit 51,4% mit dem Fahrrad.

Ziel 2015

Weiterhin verfolgt das Land Nordrhein-Westfalen das im Verkehrssicherheitsprogramm 2004 erklärte Ziel, die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Die Verkehrswachten in NRW begrüßen den Beschluss der Landesregierung und werden tatkräftig daran mitarbeiten, dass dieses Ziel tatsächlich erreicht wird.

(Bild: Verkehrsunfallstatistik, Innenministerium NRW)

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